Podium Frauen Elite. NRW-Meisterschaften Rees 2026

Kampf gegen die Uhr und den Wind: Die NRW-Meisterschaften im Einzelzeitfahren in Rees

Fünf Kilometer schnurgeradeaus, ein Wendepunkt und das Ganze wieder zurück. Was auf dem Papier nach einer recht simplen Aufgabe klingt, verlangte dem Starterfeld der NRW-Meisterschaft im Einzelzeitfahren am vergangenen Sonntag in Rees alles ab. Der spürbar raue Asphalt und die stetig wechselnden Windrichtungen machten die Strecke zu einer echten Geduldsprobe, bei der am Ende einzig die perfekte Krafteinteilung und der richtige Rhythmus zählten.

Dabei hätte die Kulisse für einen Radsport-Sonntag kaum idyllischer sein können. Mitten zwischen Apfelplantagen und mit freiem Blick auf den Rhein bauten die Athletinnen und Athleten im Start- und Zielbereich ihre Zeitfahr-Räder auf. Sobald sie jedoch von der Rampe rollten, war es mit der Idylle vorbei – ab da zählte nur noch Kopf runter, Aero sein und eine möglichst hohe Durschschnittsleistung.

Auf den 22 Kilometern der Elite-Männer war Sebastian Niehues an diesem Tag nicht zu schlagen und sicherte sich mit der absoluten Bestzeit souverän den Titel. Im Rennen der Frauen fuhr Lisa Brömmel ein starkes Rennen und stand am Ende völlig verdient ganz oben auf dem Podium. In der U23-Klasse gingen die begehrten Meistertrikots in diesem Jahr an Henri Appelbaum und Linda Riesmeyer.

Auch der Nachwuchs musste sich auf der anspruchsvollen Strecke am Niederrhein keineswegs verstecken. Johannes Klage und Marie Wember setzten in der U19 die schnellsten Zeiten, während in der U17 Hannes Klisch und Josefine Wendel die Konkurrenz hinter sich ließen.

Selbst die Jüngsten zeigten schon enormen Ehrgeiz auf dem Zeitfahrrad: Lias Rückert und Laura Fichthorn holten sich die Siege in der U13, in der U11 gewannen Julien Frechen und Frida Jäger.

Dass besonders das Zeitfahren eine Spezialität der älteren Generation ist, bewiesen einmal mehr die Masters-Klassen. Pascal Schwiderek gewann das Rennen der Masters 2, Dirk Esser dominierte die Masters 3 und Bernd Quitzow ließ in der Masters 4 nichts anbrennen.

Insgesamt waren die Leistungen in allen Klassen sehr ansprechend und lagen fast durchgängig über einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40km/h. Sebastian Niehues hatte sogar einen Durchschnitt von 51 km/h, die schnellste Frau Lisa Brömmel fuhr die 22km mit über 44 km/h.

Ein weiterer schöner Aspekt der Veranstaltung in Rees war, dass neben den klassischen Lizenzrennen auch der Breitensport eine eigene Bühne bekam. Das Hobby-Zeitfahren entschied Marco Dahmen für sich. Ein besonderer Hingucker war zudem das Paarzeitfahren der Generationen. Hier flogen Marcel und Jonas Büssing als schnellstes Duo über die Strecke und zeigten eindrucksvoll, dass der gemeinsame Kraftakt auf dem Rad keine Altersgrenzen kennt.

Dass ein Wettkampftag mit derart vielen verschiedenen Startklassen so reibungslos über die Bühne geht, ist absolut nicht selbstverständlich. Die RG Haldern hat als Ausrichter mit ihren zahlreichen Helferinnen und Helfern einen fantastischen Job gemacht und für perfekte Rahmenbedingungen gesorgt. Herzlichen Glückwunsch an alle neuen Meisterinnen und Meister zu diesen starken Auftritten auf dem Asphalt.

Wer sich die Zeiten und Platzierungen noch einmal im Detail ansehen möchte, findet die kompletten Ergebnislisten hier