Beim RTC Köln e.V. 1972 wird Vielfalt nicht nur auf dem Papier diskutiert, sondern Tag für Tag auf dem Sattel gelebt. Der Kölner Verein zeigt auf wunderbar unaufgeregte Art und Weise, wie ein modernes, attraktives Vereinsleben aussehen kann – und hat sich damit zu einem echten Vorreiter in Sachen Frauenradsport entwickelt. Der RTC Köln ist kein Ausnahmeverein in Sachen Größe, warum berichten wir dann trotzdem an dieser Stelle darüber?
Ein Blick auf die Zahlen gibt Klarheit: Von den rund 40 Mitgliedern des Vereins sind 19 Frauen. Elf von ihnen fahren sogar aktiv im gewerteten Breitensport und nehmen gemeinsam mit 18 Männern and RTFs & CTFs teil. Trotz der eher überschaubaren Vereinsgröße rangiert der RTC Köln aktuell auf einem sensationellen 5. Platz in der NRW-Rangliste und auf Platz 7 bundesweit.
Das Erfolgsgeheimnis des Vereins liegt dabei nicht im blinden Leistungsgedanken. „Höher, schneller, weiter“ steht hier ganz bewusst nicht an erster Stelle. Vielmehr ist es die gelebte Gemeinschaft, die den RTC ausmacht. Frauen und Männer gestalten das Vereinsleben gleichermaßen auf Augenhöhe. Auf der Straße gilt das ungeschriebene Gesetz: Es wird aufeinander geachtet, zusammen gefahren und aufeinander gewartet. Niemand wird zurückgelassen. Genau diese Mischung aus sportlicher Aktivität und gegenseitiger Unterstützung sorgt dafür, dass sich gerade Frauen im Verein extrem wohlfühlen.
Wie sehr diese Entwicklung auch auf Verbandsebene geschätzt wird, unterstreicht Volker Maas, Vizepräsident Freizeitsport des RSV NRW: „Ich freue mich riesig über das kontinuierliche Wachstum im Frauenradsport und bin unheimlich stolz auf das, was an unserer Basis gerade passiert. Der RTC Köln beweist auf hervorragende Weise, wie eine lebendige, offene Gemeinschaft den Breitensport für Frauen nachhaltig attraktiv macht. Genau diese Entwicklung wollen wir flächendeckend sehen.“
Ein Highlight und Pionierprojekt steht passend dazu am 10. Oktober 2026 im Kalender: An diesem Tag richtet der RTC Köln seine nächste RTF aus – und die gesamte Organisation und Durchführung liegt dabei fest in weiblicher Hand. Die Männer des Vereins dürfen sich an diesem Tag zurücklehnen, mitfahren und die Veranstaltung aus Teilnehmersicht genießen.
Dabei gehen die Frauen rund um Hauptakteurin Diana Vialon ganz neue, innovative Wege im Breitensport. Statt der klassischen Zielverpflegung mit enormem personellem Aufwand auf einem Vereinsgelände kooperiert der RTC mit einem professionellen Gastronomiebetrieb. Die Wirtin profitiert von den Gästen, der Verein von den Startgeldern und einem drastisch reduzierten Orga-Aufwand. Dieser smarte Ansatz schafft einen attraktiven Treffpunkt mit hoher Sichtbarkeit und ermöglichte es dem Verein in diesem Jahr sogar, gleich zwei RTFs anzubieten.
Flankiert wird dieses Engagement durch weitere tolle Aktionen, wie den kürzlich am 12. September veranstalteten Ladies Ride oder spezielle Schrauberworkshops für Frauen. Der RTC Köln beweist eindrucksvoll: Wenn man Frauen gezielt einbindet und Verantwortung überlässt, entstehen kreative Lösungen, von denen der gesamte Verein profitiert. Ein großartiges Best-Practice-Beispiel für den Breitensport in NRW!















