Bundessichtung Marlow – Glück & Pech liegen nah beisammen

Am vergangenen Wochenende stand für den Nachwuchs des Radsportverbands NRW die nächste wichtige Station auf dem Programm: die Bundessichtung der U17 auf der Straße im mecklenburgischen Marlow. Unweit von Rostock wartete nicht nur eine landschaftlich reizvolle Kulisse auf unser Team, sondern vor allem ein sportlich richtig anspruchsvolles Rennen.

Die Strecke war hervorragend organisiert und führte typisch norddeutsch über breite, sehr offene Straßen. Genau das machte es für das Fahrerfeld aber auch so gefährlich. Der kräftige Küstenwind sorgte immer wieder für tückische Verwehungen und Windkanten. Das machte die Rennen extrem nervös und führte leider zu einigen Stürzen.

Das bekamen unsere Jungs in der männlichen U17 direkt zu spüren. Schon in der ersten Runde erwischte es Jakob Roth und Gustav Grebe vom RC Schmitter. Für Jakob war das Rennen nach dem Sturz aufgrund eines Lenkerbruchs sofort beendet. Gustav zeigte echten Kampfgeist, arbeitete sich nach dem Rückschlag wieder komplett an das Hauptfeld heran, hatte dann aber riesiges Pech und wurde vier Kilometer vor dem Ziel in einen weiteren Massensturz verwickelt. Unsere restlichen Starter – Hannes Klisch, Anton Miesen, Jakob Günther und Valentino Sande Giacomo de Lugan – kamen glücklicherweise besser durch und lieferten eine solide, engagierte Leistung im Hauptfeld ab.

Im Rennen der weiblichen U17 ging es derweil deutlich dynamischer zur Sache. Im Vergleich zum Vorjahr war das Tempo spürbar höher, und unsere Fahrerinnen machten von Anfang an klar, dass sie das Rennen aktiv mitgestalten wollten. Nuria Müller, Mathilde Arden und Helene Schulze-Hessemann zeigten sich enorm angriffslustig. Sie versuchten immer wieder durch gezielte Attacken, das Feld auseinanderzureißen und Fluchtgruppen zu initiieren. Auch wenn die Strecke letztlich nicht selektiv genug war, um entscheidende Lücken zu reißen, prägte diese offensive Fahrweise den Rennverlauf.

Josephine Wendel und Grete Kirch wählten hingegen eine andere, sehr clevere Renntaktik. Sie hielten sich aufmerksam im Hauptfeld auf, sparten Körner und lauerten auf das Finale. Diese Strategie ging perfekt auf: Josephine sicherte sich den grandiosen ersten Platz, und Grete fuhr als Dritte ebenfalls auf das Podest.

Ebenfalls sehr erfolgreich war zudem Mathilde Arden, die zwei der drei Zwischensprints für sich entschied und sich damit völlig verdient das begehrte Sprint-Trikot der Nachwuchs-Bundessichtung überstreifen durfte. Da Mathilde und Nuria am Ende ebenfalls noch in die Top 10 fuhren, war das Teamergebnis überragend.

Unterm Strich war es also ein Wochenende mit Höhen und Tiefen. Auch wenn vor allem die Jungs mit viel Sturzpech zu kämpfen hatten, haben der Einsatz, die taktische Disziplin und natürlich die tollen Ergebnisse der Mädchen richtig Lust auf die restliche Saison gemacht.