Mit viel Vorfreude, aber auch mit jeder Menge Respekt vor den Bedingungen gingen die Fahrerinnen und Fahrer am 10. und 11. Januar bei den Deutschen Meisterschaften im Cyclocross in Bensheim an den Start. Gefrorener Boden, tiefe Spurrillen und immer wieder Passagen, in denen Laufen schneller war als Fahren, machten die Titelkämpfe zur echten Bewährungsprobe. Für den Radsportverband NRW wurde es ein Wochenende mit vielen starken Auftritten, einem weiteren nationalen Titel und vor allem mit ermutigenden Leistungen aus dem Nachwuchsbereich.
Im Eliterennen der Männer schrieb Marcel Meisen vom RC Zugvogel 09 Aachen dabei eine ganz besondere Geschichte. Eigentlich hatte der Routinier seine aktive Karriere bereits beendet und sich in den sportlichen Ruhestand verabschiedet. Doch für die DM in Bensheim schnürte er noch einmal die Cross-Schuhe – und zeigte eindrucksvoll, dass Klasse und Renninstinkt nicht einfach verschwinden. Von Beginn an fuhr Meisen konzentriert und kontrolliert, ließ sich auch in den hektischen Rennphasen nicht aus der Ruhe bringen und setzte sich schließlich entscheidend ab. Mit seinem Sieg holte er bereits seinen zehnten Deutschen Meistertitel im Cyclocross und unterstrich damit, welch außergewöhnliche Karriere hinter ihm liegt. Ebenfalls stark unterwegs war Jonas Köpsel vom RV Adler Lüttringhausen, der sich in einem international besetzten Feld behauptete und als Sechster ins Ziel kam.
In der U23-Klasse der Männer präsentierte sich Til van der Linde vom RC Bocholt 77 als bester NRW-Starter. Er hielt lange den Kontakt zur erweiterten Spitzengruppe und wurde am Ende Neunter. Für den jungen Fahrer war es ein wichtiges Resultat auf nationaler Bühne und ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung.
Bei den Frauen U23 durfte sich NRW über eine Medaille freuen. Kaija Budde vom RV Adler Lüttringhausen zeigte ein starkes Rennen, blieb auch auf dem schwierigen Kurs stets aufmerksam und fuhr verdient auf den zweiten Platz. Die Silbermedaille unterstrich ihre konstant guten Leistungen in dieser Saison und machte deutlich, welches Potenzial in ihr steckt.
In der männlichen U19-Klasse war das Feld dicht gedrängt, und gleich drei NRW-Fahrer landeten am Ende fast nebeneinander. Julius Stolz von Staubwolke Refrath erreichte Platz zehn, Franz Jürgens vom VfR Büttgen folgte direkt dahinter auf Rang elf, Lukas Scherf von Viktoria Neheim auf Platz zwölf und Tim Coenen vom RC Endspurt Herford rundete das NRW Ergebnis auf Platz Dreizehn ab. Alle drei zeigten viel Einsatzwillen und konnten sich in einem sehr stark besetzten Nachwuchsrennen gut behaupten. Bei den Juniorinnen verlief der Wettkampf aus NRW-Sicht unglücklich, da Nina Budde vom RV Adler Lüttringhausen nach dem Rennen disqualifiziert wurde und damit aus der Wertung fiel.
Einen besonders erfreulichen Auftritt legte der VfR Büttgen in der Jugendklasse U17 der Jungen hin. Sebastian Weiß fuhr ein klug eingeteiltes Rennen, hielt lange Anschluss an die Spitze und sicherte sich am Ende mit Rang drei die Bronzemedaille. Auch bei den Mädchen der U17 sorgte eine NRW-Fahrerin für einen der emotionalsten Momente des Wochenendes. Josefine Wendel vom RSV Unna musste nach einem Defekt weit zurück, kämpfte sich jedoch mit großem Willen wieder nach vorne und wurde für ihre Aufholjagd mit einem starken fünften Platz belohnt.
In der Schülerklasse U15 der Jungen zeigten die Büttgener Nachwuchsfahrer erneut ihre Qualität. Arne Weisser fuhr auf Rang sieben, während Alexander Immel als Zehnter ebenfalls den Sprung in die Top Ten schaffte und damit ein weiteres Ausrufezeichen aus NRW-Sicht setzte.
Am Ende blieb der Eindruck eines gelungenen Meisterschaftswochenendes, bei dem Nordrhein-Westfalen vor allem in den Nachwuchsklassen mit Breite und Kampfgeist überzeugte. Der Titelgewinn von Marcel Meisen – eigentlich schon im sportlichen Ruhestand – war das i-Tüpfelchen, doch die vielen guten Platzierungen junger Fahrerinnen und Fahrer aus Büttgen, Unna, Bocholt, Refrath und Neheim zeigen, dass die Basis im Verband stimmt. Genau diese Entwicklung macht Lust auf die kommenden Jahre im Querfeldeinsport.